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Schülerzeitung

Hallooooooooo!     Hier ist wieder eure Schülerzeitung.

Wir melden uns zurück und suchen natürlich wieder kreative Köpfe. Wir treffen uns immer donnerstags in der 7. Stunde im Raum O312, mit der Unterstützung von Frau Kirchhof.

Fleißig schreiben wir Texte, damit unsere Zeitung  von Jahr zu Jahr dicker wird.
Wenn auch ihr Teil der „ManiaC-Crew” sein wollt, kommt einfach vorbei und bringt eure selbst geschriebenen Geschichten, Gedichte, Comics, Songs, Zeichnungen u.s.w. mit.

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11/20/2019

Die wahre Geschichte über die Digedags

Amerika, Venedig, der Orient: Dahin durften DDR-Bürger reisen, aber eben nur mit den Digedags. Jenen drei freundlichen Kobolden aus den Mosaikheften, der erfolgreichsten Comicserie der DDR.
 
Hannes Hegen:

*In Berlin wurde dem Erfinder des Mosaik Hannes Hegen alias Johannes Eduard Hegenbarth das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
*Hegen gilt als menschenscheu, als Sonderling.
*Er wurde am 16. Mai 1925 in Böhmisch-Kamnitz (Tchechien) geboren und starb am 08. November 2014 in Berlin.
*Er war ein deutscher Grafiker und Comiczeichner.
 
Entstehung:
Ost- Berlin, Spätherbst 1955, der Alltag ist leichter geworden, aber nicht für Funktionäre, die offene Grenze bedroht den Sozialismus nach wie vor, auch mit sogenannter „Schutt- und Schmutzliteratur“ sowie Comics, man muss Antworten finden. 
Und so lautet die Antwort: Die Digedags, drei Kobolde. Seit Dezember 1955 gibt es sie an den Zeitungskiosken in der DDR. Die Auflage deckte aber nie den Bedarf.
 
Zitat Mark Lehmstedt:
„Das Einzigartige beim Mosaik, bezogen auf die Puplikationslandschaft der DDR, bestand  darin, dass es eine Zeitschrift war, die in einem staatlichen Verlag erschien, der einer politischen Organisation, nämlich der FDJ gehörte, aber eine Zeitschrift war, die praktisch nur abhängig war vom Willen des einen Autors, Johannes Hegenbarth, der Kompromisse eingeschlossen und praktisch machte was er für richtig hielt und dies sowohl inhaltlich als auch wirtschaftlich durchsetzen konnte.“
 
In der Waldowalle in Berlin versammelte Johannes Hegenbarth die von ihm ausgewählte kreative Mannschaft. Mark Lehmstedt interessierte sich in der geheimen Geschichte der Digedags für die Umstände, unter denen das Mosaik Monat für Monat entstand. Sein Buch enthält auch diese Fotos aus der Digedag Werkstadt.

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Zitat Lona Rietschel:

„Es wurde viel gelacht und viel Klamauk gemacht und nicht zuletzt von Hegenbarth. Er ist ein sehr agiler Mann gewesen, der jede Situation vor gespielt hat. Auch wenn solche Situationen im Heft zu zeichnen waren: das müssen sie sich so vorstellen der kommt jetzt  hier angerannt und dann kommt die Ratte und so weiter.“

 

Der Chef hat die Ideen, die Mitarbeiter müssen sie verwirklichen. Eine solche Befehlskette sorgt für latente Spannung unter den Kreativen, doch dem Ausdruck der Figuren hat das eher genützt als geschadet.

 

Zum Planet Neos flogen die Digedags auf Grund der Funktionäre, ihre Reise durch die utopische Welt war ein Kompromiss, die Verlagsbosse hätten die Kobolde am liebsten auf den Barrikaden der 1948er Revolution gesehen. Hegen verweigerte sich konsequent solchem Ansehen und in ganz harten Situationen schaltete er auf stur: „Von mir aus macht eure revolutionären Geschichten, aber dann ohne mich und meine Digedags.“

 

Zitat Mark Lehmstedt:

„Er hatte ein paar Jahre vorher die Figur, das sogenannte Rumpelmännchen erfunden. Diese Figur ist den meisten vielleicht eher als das Symbol für die Erfassung von Sekundärrohstoffen in der DDR bekannt. Da hatte er sich die Rechte nicht sichern lassen und war dann also höchst verärgert, dass die Figur immer wieder benutzt wurde und er nichts daran verdient hat. Deshalb dachte er, wenn ich so eine neue Zeitschrift mache, muss ich mir die Rechte sichern und das hat dann auch über zwei Jahrzehnte sehr gut funktioniert.“

 

Hegen und seine Mitstreiter zeigten sich clever, sie erfanden den fahrenden Ritter Heino Runkel von Rügenstein. Ein Bildroman mit einem großem Erzählbogen machte Zensureingriffe extrem schwer, doch Mitte der 1970er, so steht es in dem Stützbuch, hatte Hegen den Wunsch nur noch 6 Mosaiks im Jahr herzustellen. Doch sich den Gewinn halbieren zu lassen, wollte der Verlag nicht, so mussten wir Abschied nehmen von Hegen und den Digedags, von denen  wir so viel gelernt haben.

 

Autor: Julius von der Heyde

 

Das Buch    „Die Geschichte des Mosaik von Hannes Hegen“ von Matthias Friske  11.11.2019

Das Video  „Artour - Die Geheime Geschichte der Digedags“                                    11.11.2019

 

Admin - 19:19 | Kommentar hinzufügen

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